KANADA

Anton 05/06

Hallo liebes AFS-Kommitee!
Ich dachte mir, es wird langsam Zeit, euch was zu schreiben. Hier sind ein paar Ausschnitte aus meinem Aufenthalt hier, zeitlich sehr gestreut.
Ich bin zur Zeit in Kanada, in der Provinz Québec, aber die leute sehen sich hier nicht als Kanadier, sonder als "Québecer" da, Québec die einzige Französischsprachige Provinz in Kanada und ganz Nordamerika ist.
Anfangs war es ziemlich schwer, die Leute zu verstehen, ich habe zwar eine Jahre Französisch gelernt, aber das hilft einem nicht sehr viel, da sie hier schnell und einen Dialekt sprechen. Jetzt ist es durchaus besser, ich kann mich mit den Leuten unterhalten, nachfragen muss man aber trotzdem ab und zu.
Meine Gastfamilie ist supernett, ich habe einen Gastbruder, 15 Jahre, 2 Katzen und einen Hund (das sorgt für Aktivität im Haus!).
Die Stadt, in der ich wohne, Ste-Adèle, ist nicht besonders gross, liegt aber dafür im schönsten Gebiet Québecs, den Laurentiden. Das ist das grösste Skiegebiet hier, es gibt lauter Berge mit Pisten!
Am ersten Schultag war ich überrascht. Alles sah so aus, wie die amerikanischen Schulen in den zahlreichen Filmen. Schliessfaecher, Tische, Klassen... so muss ich jetzt zum Beispiel nicht mehr alle Bücher mitschleppen, Gott sei Dank! Die Leute sind supernett hier, und in der Schule fühle ich mich ziemlich wohl. Naja bis auf die Schulstunden, die hier manchmal extrem langweilig sind, sowas habe ich selbst in Deutschland nie erlebt! Das liegt wohl daran, dass es Frontalunterricht ist.
Das Essen hier ist super, es gibt amrikanisches Essen wie hamburger und Hot Dogs aber auch "internationale Küche" wie Spaghetti, Kartoffelpüree und Steak. Nur manchmal ist es etwas zu stark gewürzt, wobei die Thailänder im Kommittee hier aber anderer Meinung sind.
Am 24.12 sind meine Gastmutter, mein Gastbruder und ich in den Nord-Osten zum Lac-St-jean gefahren, da dort die Familie meiner Gastmutter feiert. "Lac", das ist ein See auf Deutsch, aber der See war enorm! Es war eine riesige weisse Eisflaeche, die am Horizont in eine andere weisse Flaeche, den Himmel, nahtlos überging. Wir haben dort schoen gefeiert, meine Gastmutter hat 2 Schwestern und 1 Bruder, dementsprechend waren da auch viele Leute anwesend. Am Abend wurde dann gepokert, natuerlich nicht um Geld, sondern nur zum Spass. Am 25. haben wir am Tag ein Iglu gebaut, der Schnee war nämlich hart und gefroren, sodass wir die Schneeballschlacht nach dem ersten "Au!" abbrechen mussten. Dann kam natürlich die Bescherung! Die Geschenke waren alle vor dem Kamin aufgestapelt, und wer als erstes sein Geschenk nehmen durfte, wurde durch eine runde Twister bestimmt! Da der Grossteil der Erwachsenen aber zu alt dafür war und Rückenschmerzen bekam, durften letzendlich alle ihre Geschenke erhalten!
Am 26. haben wir alle zusammen eine Schlittenfahrt mit Pferden unternommen. Es war so kalt, das meine Füsse in Winterstiefeln froren, doch zum Glück gab es zwischendurch eine pause in einer beheizten Hütte.
Am 27. fuhren wir dann nach Hause, wo uns mein Gastvater erwartete, da der Weihnachten noch arbeiten musste, um für den 31.12, 1.1, und 2.1 frei zu bekommen. Denn das Neujahr haben wir mit seiner Familie gefeiert, nur dass es kein neujahr, sondern ein zweites Weihnachten war. Was mir wirklich gefehlt hat, war das Feuerwerk... absolut nichts am Himmel! Wir haben wieder Geschenke verteilt und dann etwas gegessen. Am 1.1. sind dann alle zu uns gefahren, wo die Feier fortgesetzt wurde!
Heute am 18.01.2006 hab ich schon wieder schulfrei! Diesmal wegen Blitzeis, das Wetter hier spielt verrückt. Gestern noch -20°, heute +3° C. ich habe jetzt bestimmt schon insgesamt 3 Schulwochen frei bekommen, wegen des wetters oder wegen der Lehrerstreiks, die jetzt aber vorbei sind. Morgen gehts dann wieder in die Schule...
Auf Wiedersehen
Anton

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