MALAYSIA

Jana 03/04

Hallo liebe Hamburger oder Assalamualaikum (peace be upon you)!
Assalamualaikum ist Arabisch und hier die allgemeine Begruessung fuer Moslems. Da meine Gastfamilie Muslimisch ist, ist das die Begruessung die wir meistens benutzen, ich darf das (auch als nicht- Moslem) auch sagen, da es ja eben nur "peace be upon you" heisst und eigentlich nichts mit Allah oder Gott zutun hat. Soviel mal dazu.
Ich dachte mir, es ist bestimmt ganz nett mal was von mir zu hoeren, da ich ja fuer euch Hamburger sozusagen momentan die einzigste Chance bin, was von einem Malayischen-Austauschjahr zu hoeren... Also ich bin jetzt ja schon 3 Monate hier, im Vorort von Kuala Lumpur. Meine Gastfamilie (Mutter, Vater, Oma) sind ziemlich nett und ziemlich streng, was aber fuer Malaysia normal ist.
Meine Schule ist eine der besten in ganz Kuala Lumpur, noch strenger als die anderen Schulen, eine reine Maedchenschule und die Schuelerinnen sind viel mit lernen beschaeftigt. Die ersten Wochen in der neuen Schule waren ziemlich schrecklich (obwohl sich saemtliche Maedchen der Schule bei mir vorgestellt haben und sehr nett und hilfsbereit waren) aber es war einfach alles so anders und ich hatte Anfangs wirklich Einlebungs-Schwierigkeiten. Mittlerweile hab ich aber gelernt meine Schuluniform jeden Tag ordentlich zu buegeln, meine Ohrringe morgens raus zunehmen und immer aufzustehen wenn ich dran genommen werde - so das die Prefects nichts mehr an mir auszusetzen haben... Nur mit dem Text der National- Flaggen- und Schul- Hymne haperts noch ein bisschen, aber ich bin zuversichtlich das ich diese auch noch lernen werde.
Ansonsten lerne ich fleissig Malayisch (Saya boleh cakap Bahasa Melayu, tapi sikit-sikit saja) aber okay, ihr koennt das ja nicht verstehen ;) Bald ist ein grosses Indisches Festival, dafuer werde ich 4 Tage lang die Familie, zu einer Indischen Hindu Familie wechseln (in Malaysia leben Malayen, Chinesen und Inder zusammen) und im November ist Ramadan, meine Familie fastet dann fuer einen Monat und ich werde auch mal mein Glueck versuchen...
Okay, ich hoffe ich hab nicht zuviel geschrieben, aber es gibt einfach so viel zu erzaehlen, wenn man in eine voellig fremde, neue, andersartige Kultur kommt (n lieber Gruss an alle anderen Austauschschueler in der ganzen Welt!), das ich auch so schon viel zu viel weglassen musste, zum Beispiel koennte ich auch noch erzaehlen dass... aber gut, ich wills nicht ubertreiben :)
Liebe Gruesse
eure Jana
-----------------------
Hallo,
ich war grad von Mittwoch bis Montag auf einem AFS Trip, erst auf Pinang, dann auf Langkawi und dann wieder auf Pingang. Pinang und Langkawi sind 2 Inseln an der Grenze zu Thailand, unter Malaysia. Am Donnerstag waren wir auf Pinang, in Georgetown um uns Thaipusam anzusehen. Das ist ein Indisches Festival, aber dazu unten noch mehr, ich hab einfach mal die Mail von Caecilie eingefuegt, ne andere Austauschschuelerin die in einer Indischen Familie wohnt und deshalb ganz gut bescheid wusste.
Am Freitag sind wir dann nach Langkawi gefahren, und das war auch soo cool. Ich muss ja zu geben das Langkawi ne ziemliche Touristen Insel is und einem auch ueberall so eklige, fette, viel zu knapp bekleidete, rote, schwitzende Touristen entgegen kommen. Aber trotzem is die Insel echt schoen, lange weisse Straende, Abende in der Reggae Bar- ne Strandbar wo sich die ganzen Backpacker treffen, Nachts um 4 im Badewannenwarmen Meer schwimmen gehen... Keiner von uns wollte am Ende zureuck nach Kuala Lumpur..
Eine gute Sache ist dann aber noch passiert- wir haben in Georgetown (Hauptstatd von Pinang) dann unseren Bus zurueck verpasst, also waren Salima, Steph und ich (2 andere Austauschschueler) noch bis nachts um Eins alleine in Georgetown. Ich mag die Stadt echt gerne, ist auch ne Grossstadt, aber ganz anders als die Beton-Stadt K.L ueberall sind so kleine Chinesische Laeden und Indische und Chinesische Tempel (da leben mehr Inder und Chinesen als in K.L) und man ist immer ganz nahe am Meer.
Aber jetzt bin ich wieder in K.L und finds hier noch bleoder als vorher. Irgendwie hab ich grad mal wieder ein bisschen fuehlen koennen wie es ist mehr Freiheit zuhaben erstens weil sich der AFS Betreuer der mit uns mit war nich wirklich dafuer interessier um wieviel Uhr wir wiederkommen und zweitens weil alle Leute die wir da kennen gelernt haben viel openmindeter waren, weil sie dauern auf Touristen treffen. Jetzt bin ich wieder hier im Spiessigen K.L, bei meiner spiessigen Familie, in meiner spiessigen Schule, kann keine 100 meter ausm Haus raus gehen ohne sofort bleod angestarrt oder angelaber zu werden und da nervt mich. Naja, was solls. Ich freu mich ueber Mails.. Unten ist noch mal der Thaipusam Bericht von Caecilia.
Letzte Woche Donnerstag war Thaipusam. Die wahre Bedeutung von Thaipusam ist - wie bei vielen Hindu-Festen - die Feier des Triumphes des Guten ueber das Boese. Nach dem Hindu-Kalender faellt der Festtag auf den Vollmondtag im tamilischen Monat "thai", Januar oder Februar nach dem gregorianischen Kalender, wenn der Stern "pusam" am Himmel erscheint. In jenem Monat uebergab die Goettin Parvati ihrem Sohn Murugan die unbesiegbare dreizackige Lanze "vel", mit der er die drei daemonischen "asuras", und deren Armee bezwingen konnte. Das Daemonen Trio repraesentierte die drei Laster der Menschheit - Egoismus, Luesternheit und Geiz.
Am Mittwoch Abend sind Stefan und ich in die "Happening-Strasse-Nr.1" Ueberall Staende mit kostemlosen Essen und Trinken. Darueber stand "Hari Krishna". Viele Farben und Duefte von ueberall und einen Menschenmenge!!! Lauter Inder aus ganz M'sia und benachbarten Laendern hatten sich hier auf Penang versammelt um gemeinsam Thaipusam zu feiern. Zu meinem Erstaunen waren aber auch grosse Mengen an Chinesen an den Gebeten beteiligt. (Buddhismus ziemlich nahe dem Hinduismus = so war die Erklaerung).
Ueberall droehnte das vertraut kreischende Hindu Gesaenge, Rauchschwaden aus den Tempeln und von den Gebets-Schreinen drangen in die Augen und immer wieder Fuesse auf die eigenen. Und mitten drin...ich mit meiner Kamera und weit aufgerissenem Mund. Ich habe noch nie in meinem Leben so etwas tolles gesehen. Inder sind wirklich die geborenen Party-Leute. Doch ich grinste nicht lange. Da eine Kokusnuss vor meinen Fuessen aufplatzte. Und noch 500 andere. Ueberall auf den Strassen wurden die riesen dinger rumgeschmissen. Doch zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht warum. Habe einfach nur zugeschaut. sowie bei einem total faszinierenden Stock-Kampf-Tanz. Einfach wahnsinn.
Am naechsten Tag "sollte" man um halb 4 aufstehen und sich auf dem Weg zum Tempel machen, doch "leider" habe ich verschlafen und machte mich erst so um 12 fertig. Ein neu gekauften Panjabi Suit angezogen und mich mit indischen Schmuck behangen. Leute meinten ich saehe echt aus wie einen Inderin!!! Hahahaha..... Dann auf auf in die Happening-Strasse. Dort sind wir in alle Tempel gegangen und auch 2mal auf den Bergtempel. Die Stufen sind wir barfuss hinaufgestiegen, haben oben eine Gebetskokusnuss gekauft und sind wieder runter. Eine Gebetskokusnuss besteht aus einer halben Kokusnussschale wo ein Blatt, 2 kl. Bananen, Blumen und Asche drin sind. Sieht ganz nett aus.
Am Abend haben ich und Stefan noch andere AFS Studenten getroffen und sind mit ihnen ins naheliegende Kino gegangen. (Gothika angeschaut) Am naechsten Tag hatte meine Familie 1.000 Kokusnuesse geheiligt und lagen bereit zum zerschmettern. Natuerlich habe ich da fleissig mitgeholfen und alles brav fotographiert... Die Kokusnuss steht symbolisch fuer unser Herz. Denn die Nuss ist innen weiss und rein, die Farbe der Unschuld. Aussen ist sie hart, was symbolisch fuer das Ego steht. Die Kokusnuss muss zerbrochen werden um das Ego zu brechen. Dabei werden auch andere Leute eingeladen mitzuhelfen. Der Geiz wird gebrochen durch die Opfergaben. Es werden Essen, Geld und jedemenge Milch geopfert. Leider habe ich nicht so viele Leute in Trance gesehen. Dh. die Leute die sich dann "selbst piercen". Manche haben ganz viele Hacken im Ruecken woran schnuere befestigt sind an dem jemand zieht. Auch Staebchen durch die Wangen und Zunge sind sehr beliebt. Diese Leute sind in Trance und spueren deshalb auch keine Schmerz bei der Prozession. Auch die Wunde blutet nicht beim erwachen aus der Trance.
Was ich aber reichlich gesehen habe sind wunderschoen geschmueckte Frauen in allen Farben. Mit viel Gold und Silber behangen. Alles in allem waren es sehr tolle, interessante und lehrreiche Tage. Ich wuenschte jeder koennte das mal erleben und mir dann seine Eindruecke schildern. Fuer meinen Teil, ich fands toll dass ich Thaipusam mal hautnah erleben konnte. "Ein Tag in einer anderen Welt"
Jana

Unser Komiteeleben